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RHEINPROMENADE

Die Sanierung der Ufermauer durch das städtische Tiefbauamt

Im Herbst 2007 wurde mit Bohrungen der Zustand der Mauer und des tragenden Untergrundes untersucht. Die Baufachleute legten mit den gewonnenen Erkenntnissen die Sanierungsstrategie fest, die das zu sanierende Ufer in vier Bereiche unterteilt.

Auch wenn sich die Sanierungsmethoden in den Abschnitten unterscheiden, ein wortwörtlich verbindendes Element ist ein Randbalken aus Stahlbeton dessen Querschnitt 1,10 x 0,8 m beträgt. Dieses Schwergewicht, das rund 1.700 to auf die Waage bringt, kann allein die Zugkräfte der Schiffe nicht halten. Er wird daher mit 1,5 bis 3,0 m senkrechten Mikroverpresspfählen mit der Ufermauer verbunden und zusätzlich mit so genannten gespreizten Verpresspfählen, die im Winkel von 20° rund 12 m tief in den Untergrund des Konrad-Adenauer-Ufers vordringen, befestigt. Die Landungsbrücken werden an Ringen im Randbalken verankert und die Stege liegen in Nischen auf. Die Steigeranlagen sind zudem mit Schwingungsdämpfern ausgestattet, so dass die Ufermauer nicht durch dynamische Lasten beschädigt werden kann. Die Schiffe legen ihre Trossen auf Doppelpoller, die im Abstand von 15 m auf dem Randbalken angebracht sind.

Der Sanierungsbereich Stresemannstraße bis Rheinkavalier erfährt mit der Ufermauersanierung eine deutliche Umgestaltung. Hier wird die Mauer um etwa 1 m abgesenkt. Dadurch werden die dort liegenden Schiffe endlich für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen erreichbar, denn die Steiger werden dann ohne Treppen direkt vom Ufer aus befahrbar. Vom Rheinkavalier bis zum Deutschen Eck muss die vorhandenen Mauer davor bewahrt werden, in den Untergrund wegzugleiten. Dazu wird vor der Wand unter der Wasseroberfläche eine aufgelöste Bohrpfahlwand mit einem 3.400 to schweren Kopfbalken errichtet. Die 210 Bohrpfähle haben einen Durchmesser von etwa 90 cm und werden rund 9 m tief in den Untergrund eingelassen. Das sichtbare Mauerwerk aus Natursteinen bleibt weitgehend unversehrt. Durch die Absenkung des Ufers vor der Stresemannstraße werden sogar Steine gewonnen, die an anderen Stellen eingebaut werden können und die Mauer wieder ein geschlossenes Bild ergibt. Die Mauersteine, die eine Fläche von 3.500 m² belegen, werden gereinigt und neu verfugt. Auf Höhe des Blumenhofes dient eine bis zu 6,5 m vorgelagerte Ufermauer zur Verbreiterung der Promenade und ist Gegenstand der Planungen der Bundesgartenschau Koblenz 2011 GmbH.

Die Sanierung der Ufermauer wurde auch dazu genutzt, mit den Schiffseignern eine Neuordnung der Anleger vorzunehmen. Mit nur noch 10 Steigeranlagen, bisher waren es 14, wird bei Nutzung der gesamten Uferlänge von 800 m den Ansprüchen moderner Schiffe Rechnung getragen. Die Bauarbeiten sollen, wenn Rheinpegel und Wetter mitspielen, bis Juni 2010 abgeschlossen sein. Dann werden rund 6,7 Millionen Euro verbaut worden sein.

Die Gestaltung der Uferpromenade durch die Bundesgartenschau Koblenz 2011 GmbH

Der gesamte Uferabschnitt wird durch Verwendung einer durchgängigen Material- und Gestaltsprache einschließlich der Ausstattung und Möblierung aufgewertet. Die befestigten Flächen werden in einem abwechslungsreichen Plattenbelag hergestellt, für den mit der Grauwacke ein hochwertiger Naturstein aus der Region vorgesehen ist. Durch die Schaffung differenzierter Promenadenebenen soll erreicht werden, das teilweise zu starke Quergefälle zu nivellieren. In der Rheinstraße nach Norden hin wird künftig das autofreie Flanieren möglich sein, abgesehen vom Anlieferungsverkehr und der Busvorfahrt im Bereich Stresemannstraße bis Rheinstraße.

Mit dem Entwurf wird die gesamte Uferstrecke barrierefrei erschlossen. Dazu gehört beispielsweise die Gestaltung des Übergangs zur Stresemannstraße, wo die vorhandene Treppe entfernt wird. Der mittlere Promenadenbereich wird durch den vorhandenen Platanenbestand geprägt. Die vorhandenen doppelreihig gepflanzten Platanen sollen durch Nachpflanzungen ergänzt und dauerhaft gesichert werden. Durch die Erweiterung der Baumtaschen, verbessern sich die Lebensbedingungen der Bäume in diesem Bereich. Die Flächen werden in wassergebundener Wegedecke erstellt, die durch ein zusätzliches Bindemittel stabilisiert wird und somit gegen das Hochwasser besser geschützt ist. Die Arbeiten zur Gestaltung der Uferpromenade haben im Juni 2009 begonnen.

Sitzstufen an der Rheinpromenade

Im Rahmen BUGA Koblenz 2011 entstehen am Konrad-Adenauer-Ufer hinter dem Kurfürstlichen Schloss tribünenartige Sitzstufen, die sogenannten Rheinstufen. Diese folgen dem wichtigen Entwurfsgedanken, die Verbindung von Innenstadt und Rhein zu stärken und den Rhein erlebbar zu machen. Den Bürgern wird der Zugang zum Wasser ermöglicht, und eine Fläche mit hoher Aufenthaltsqualität zum Verweilen entsteht.

Mit einer Länge von 105,20 m korrespondieren die Sitzstufen mit dem Mittelteil des Schlosses und sind an dessen Mittelachse ausgerichtet. Mit 12 Sitzstufen wird eine Höhendifferenz von 6,40 m überwunden. Diese werden nach der 7. Stufe durch ein 3,60 m breites Mittelpodest unterbrochen. Die unterste Stufe reicht auch bei Niedrigwasserstand bis ins Wasser. Zwei Geh-Stufenläufe führen von der Promenade zum Mittelpodest. Die Breite der Stufenanlage variiert durch den schrägen Verlauf der Ufermauermauer, die gleich einer Bastion über die Stufenanlage ragt. Die Ufermauer wird vor Ort als Sichtbetonoberfläche gegossen. Sämtliche Stufen werden als Beton-Fertigteile im Werk vorgefertigt und angeliefert. An alle sichtbaren Oberflächen werden höchste gestalterische Anforderungen gestellt. Die Gründung der Stufenanlage erfolgt auf einer Tonschieferschicht im Untergrund. Diese wird über bis zu 14 m lange und im Durchmesser zwischen 0,5 m und 0,75 m breite Bohrpfähle aus Stahlbeton verankert. Die Tragkonstruktion für die Stufen-Fertigteile bildet ein Rahmenrost aus Beton-Fertigteilen. Zur Herstellung der Bohrpfahlreihen und der darüber liegenden Pfahlkopf- und Tribünenbalken wird eine Baugrube ausgehoben, die umlaufend durch einen wasserdichten Spundwandverbau gesichert ist. Die Rheinstufen werden nachts durch vier Mastleuchten von der Promenade aus beleuchtet. Der rheinseitige Rand des Mittelpodestes wird durch ein Lichtband zusätzlich gekennzeichnet.

Die Seilbahn

Für die Bundesgartenschau Koblenz 2011, die aufgrund ihrer bipolaren Konzeption die beiden innerstädtischen Kernbereiche "Kurfürstliches Schloss" und "Blumenhof" mit dem rechtsrheinisch in der Höhe gelegenen Kernbereich "Plateau Festung Ehrenbreitstein" zu verbinden hat, ist eine Seilbahn die Lösung eines nicht zu unterschätzenden Transportproblems. Die mit einem verbrauchsarmen Elektromotor betriebene Dreiseilumlaufbahn wird in der Lage sein, pro Stunde pro Richtung etwa 3.500 Menschen zu transportieren. Dabei werden die insgesamt 18 Kabinen, die bis zu 35 Personen fassen, an 850 Meter langen, freitragend über den Rhein gespannten Seilen entlang gleiten. Um den spektakulären Blick ins Welterbe "Oberes Mittelrheintal" noch besser genießen zu können, ist eine Anordnung der Sitzplätze zu den Fensterfronten hin geplant. Ohne die Seilbahn müssten Gelenkbusse im Fünf-Minuten-Takt zu einer jeweils fast halbstündigen Fahrt durch die Innenstadt und den eher verwinkelten Koblenzer Stadtteil Ehrenbreitstein antreten, um die Besucher der Bundesgartenschau Koblenz 2011 von dem einen Ausstellungsteil zum anderen und wieder zurück zu bringen. Mit dem Betrieb der Seilbahn müssen dagegen nur einige wenige Busse bereitgestellt werden für jene BUGA-Besucher, die aus persönlichen Gründen nicht mit der Seilbahn fahren möchten.

Im Frühjahr 2009 hat die Firma Doppelmayr mit dem Bau der Fundamente am Konrad-Adenauer-Ufer begonnen. Ab August 2010 soll die Seilbahn schon für besondere Anlässe betriebsbereit sein. Am 15. April 2011 können dann die ersten Besucher der Bundesgartenschau Koblenz 2011 die spektakuläre Fahrt über den Rhein antreten. Im November 2013 wird die Seilbahn zum Schutz des UNESCO-Welterbes "Oberes Mittelrheintal" wieder rückgebaut und einer anderen Verwendung zugeführt. Die Firma Doppelmayr wird die Seilbahn bauen, betreiben und danach auch für deren Rückbau sorgen. Bei diesem Betreibermodell muss die Bundesgartenschau Koblenz 2011 GmbH abgesehen von den Kosten für Gutachten und Vorplanungen, kein Budget aufbringen. Die Vereinbarung sieht vor, dass für jeden Besuch der Bundesgartenschau Koblenz 2011 ein Betrag an die Firma Doppelmayr abgeführt wird, welcher in der Eintrittskarte bereits enthalten ist.

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