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Baumbestand in der Südallee

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Baumbestand in der Südallee

Am Freitag, den 13.12.2019 hat sich der Stadtrat mit der Neugestaltung der Südallee beschäftigt und eine in einem Plaungswettbewerb entstandene Entwurfsplanung mehrheitlich beschlossen. Die Südallee soll unter Beachtung der Vorgaben der Denkmalpflege zu einer „Grünen Achse“ werden mit einer deutlichen Aufwertung der Aufenthaltsqualität. Im ersten Quartal 2020 soll eine Bürger- und Anwohnerinformationsveranstaltungen zu konkreten Inhalten und verbindlichen Fragen zum Projekt durchgeführt werden.

Neuerdings kam die Frage auf, was mit dem vorhandenen Baumbestand geschieht. Die beteiligten Planer möchten die bestehenden Bäume grundsätzlich erhalten, dies gilt insbesondere für die großen Platanen. Da die Südallee jedoch im Vollausbau neugestaltet wird, sind bis zu 70 cm Aushubtiefe nötig. Trotz aller technischen Möglichkeiten des Baumschutzes muss für jeden einzelnen Baum eine sorgfältige Abwägung getroffen werden. Mit Gutachten zur Vitalitätseinstufung der Bäume eines externen Fachbüros, welches Grundlage der Wettbewerbsausschreibung der Planung war, wurden die Bäume festgestellt, deren Vitalität beeinträchtigt ist oder die entsprechende Schadsymptome aufweisen. Diese Bäume werden entfernt, denn es wäre eine Rodung in den nächsten 5 – 10 Jahren erforderlich, um die Verkehrssicherheit nicht zu gefährden.

Gerade im ersten Bauabschnitt, der ab dem Friedrich-Ebert-Ring beginnt, ist die Robinie (Robinia pseudoacacia ‚Monophylla‘) weit verbreitet. Diese Sorte ist sehr problembehaftet, da sie zum einen zum Ausbruch von Kronenteilen neigt, zum anderen sehr stark anfällig für Stockfäulen ist. Der starke Rückschnitt der Vergangenheit rührt daher, das bei mehreren Bäumen große Kronenteile ausbrachen und daher die Bruchsicherheit nicht mehr gegeben war. Robinia pseudoacacia als Naturform oder in Sorten verlangt nach mageren Standorten. Sind die Standorte zu fett, das heißt zu viele Nährstoffe wie z.B. ein hoher Stickstoff- und/oder Phosphoranteil vorhanden (Stichwort Hundeurin), wird das Kronenholz „schwammig“ und bricht sehr leicht. Auswirkungen von einem hohen Stickstoff- bzw. Phosphorgehalt sind auch die Stockfäulen, zu denen diese Bäume neigen. Der Baum kann diese Mengen an Nährstoffen nicht verarbeiten bzw. benötigt sie nicht, wohl aber holzzerstörende Pilze, die über Schäden an den Wurzeln eindringen können und hier ihr zerstörerisches Werk verrichten.

Im Gegenzug werden in der Südallee 130 neue Baumstandorte geschaffen, die mit klimaresistenten Bäumen bepflanzt werden. Bei diesen Bäumen werden bewusst bereits große Bäume (5-7 m Höhe, Alter ca. 20 Jahre) gepflanzt, um schon direkt einen Schattenwurf zu bewirken. Ferner werden Zierkirschen und 40 klimaresistente Lindenarten gepflanzt. Die neuen Baumstandorte werden so angelegt, dass eine dauerhafte und ausreichende Versorgung mit Bodenluft, Wasser und Nährstoffen sichergestellt ist.

Ferner ist zu bedenken, dass die Neugestaltung der Südallee über mehrere Jahre verläuft, so dass die Entnahme von Bäumen mit der Neupflanzung großer Bäume einhergeht. Vor allem werden jeweils pro Bauabschnitt immer mehr Bäume gepflanzt, als entnommen wurden.

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