Panorama des Teilabschnitts 3 der L 52

Großprojekte

L 52 Nordentlastung
L 52 Nordentlastung
Asphaltierung der neuen L 52

Bei dem Großprojekt L 52 handelt es sich um den zweispurigen Neubau einer 2,5 km langen Landesstraße zwischen den Koblenzer Stadtteilen Bubenheim und Metternich. Die neue Landesstraße führt vom Bubenheimer Kreisel/Straße „An der Römervilla" über „Weinackerweg“ und die L 127 „Bubenheimer Weg“ hinweg bis zur B 416 Rübenacher Straße.

Im April 2020 wurde die neue Straße fertiggestellt, das Großprojekt konnte also bereits erfolgreich abgeschlossen werden. Die L 52 stellt eine leistungsfähige Nord-Ostverbindung zwischen der B 9 und der Kurt-Schumacher-Brücke dar, die die gute strukturelle Entwicklung der Gewerbegebiete weiter unterstützt und den Ortsteil Metternich maßgeblich entlastet. Für den Verkehr aus Richtung Bonn (B 9) kommend entsteht so eine alternative Streckenführung zur Universität Koblenz und in das Verwaltungszentrum II in Moselweiß, durch die auch einige aktuelle Unfallhäufungsstellen entlang der geplanten Trasse entschärft werden können.

Baustellen FAQ

  • Was kostet der Bau der L 52/ Nordentlastung?

    Die Gesamtkosten der neuen Landesstraße betragen rund 15,6 Mio. Euro. Davon entfallen auf den Bau 11,4 Mio. Euro und auf den notwendigen Grunderwerb, welcher zum Teil aber bereits einen vier spurigen Ausbau berücksichtigt, 4,2 Mio. Euro. Die Kosten für die Stadt Koblenz betragen rund 6,9 Mio. Euro. Das geplante Kostenbudget wurde damit eingehalten. Der Anteil der Stadt wurde durch das Land Rheinland-Pfalz mit 65 % der zuwendungsfähigen Kosten großzügig gefördert.

  • Schließen sich dem Neubau der L 52 weitere größere Verkehrsbaustellen an?

    Der Landesbetrieb Mobilität bereitet derzeit die Planung für die Ost-West-Verbindung vom Knoten „Weinackerweg“ bis zur Aachener Straße nahe dem Bundeswehrzentralkrankenhaus vor. Das Baurecht dafür liegt bereits vor.

    Die Stadt Koblenz forciert den Neubau der Ortsumgehung Bubenheim und den verkehrsgerechten Umbau eines Kreisverkehrs hinter der Kurt-Schumacher-Brücke an das Verwaltungszentrum und die Moselweißer Straße. Mit beiden Baumaßnahmen soll möglichst noch in diesem Jahr begonnen werden.

    Durch den geplanten Umbau des Knotenpunktes an der Kurt-Schumacher-Brücke können Fahrzeuge aus Richtung Bonn zukünftig, ohne die Schlachthof- oder Moselweißer Straße zu nutzen, direkt in das Verwaltungszentrum II in Moselweiß fahren.

    Die neue Ortskernentlastungsstraße um Bubenheim herum wird zu einer deutlichen Entlastung der Innerortslage beitragen

  • Neue Straße = Neue Radwege?

    In den alten Planungen zur Nordtangente und damit auch im rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluss war das Thema Radverkehr entsprechend den heutigen Ansprüchen noch nicht ausreichend berücksichtigt. Derzeit wird vom Land Rheinland- Pfalz eine Brücke für Radfahrer und Fußgänger im Verlauf des „Anwendspfades“ in Bubenheim geplant, um das Queren der neuen L 52 sicherer und leichter zu machen. Nach Durchführung des erforderlichen Abstimmungsverfahrens soll der Bau der Brücke noch in diesem Jahr 2020 beginnen.

    Um die Situation für Radfahrer insgesamt zu verbessern, werden bei der Umsetzung der Maßnahme alle Unterbrechungen im vorhandenen Wegenetz baulich geschlossen. Dazu wird beidseits der Nordentlastung das vorhandene Wirtschaftswegenetz weiter ergänzt und – soweit noch nicht vorhanden – bituminös befestigt, damit dieses auch von Radfahrern und Fußgängern durchgängig genutzt werden kann.

    Des Weiteren wurde im Bereich des Straßendurchbruches die schon beschriebene Brücke für Radfahrer und Fußgänger hergestellt. An der Einmündung der L 127 (Bubenheimer Weg) wurde in der Straße „Im Metternicher Feld“ eine Querungshilfe angelegt.

Bauphasen

  • 19. Oktober 2015: Offizieller erster Spatenstich für das Gesamtprojekt und Baubeginn der provisorischen Baustraßen.
  • April 2016 bis August 2016: Umbau des ehemaligen Kreisverkehrs „An der Römervilla““ zur Ampelkreuzung.
  • Oktober 2016 bis Oktober 2017: Fäll- und Rodungsarbeiten, archäologische Untersuchungen, Kampfmittelsondierungen.
  • Februar/ März 2017: Rückbau der Kleingartenanlage am Weinacker.
  • März 2018 bis März 2020: Bau der durchgehenden Strecke des 2. Teilabschnittes und Herstellung des Knotenpunktes Weinackerweg.
  • Sommer 2018 bis April 2020: Stützwand Rampe B 416 und Radwegebauwerk sowie Erd- und Straßenbau im 3. Teilabschnitt.
  • 3. April 2020: Verkehrsfreigabe der durchgehenden Strecke.
  • April 2020 bis Juni 2020: Fertigstellung der Rampen und Anpassung „Rübenacher Straße“ in Metternich.
Baustellenabschnitte
  • Teilabschnitt 1 (grün)

    Der erste Teilabschnitt der Nordentlastung umfasste den Umbau des bestehenden Kreisverkehrsplatzes K 12 / An der Römervilla durch die Stadt Koblenz von April bis August 2016. Aufgrund der Ansiedlung des neuen Globus-Marktes im Stadtteil Bubenheim war allen Beteiligten schnell klar, dass der vorhandene Kreisverkehrsplatz dauerhaft nicht mehr leistungsfähig sein würde. Somit musste schon im Vorfeld der geplanten Baumaßnahme an der Nordentlastung der Umbau des vorhandenen Knotenpunkts kurzfristig in Angriff genommen werden. Die bauliche Erweiterung des vorhandenen Kreisverkehrs durch z.B. zusätzliche Bypässe oder eine zweistreifig befahrbare Kreisfahrbahn schied aus, da keine dieser Maßnahmen eine akzeptable Leistungsfähigkeit sichergestellt hätte. Stattdessen entstand ein signalgesteuerter Knotenpunkt, bei dem ein innovatives Kamerasystemen eingesetzt wird. Durch den Einsatz von Fahrzeugerfassung mittels moderner Kameratechnik reagiert die Ampel sehr schnell auf wechselnde Verkehrsstärken der einzelnen Äste. Hierdurch werden die Wartezeiten der Fahrzeuge deutlich reduziert und die Leistungsfähigkeit gesteigert. Weiterhin ergeben sich Kosteneinsparungen im Betrieb durch den Einsatz moderner LED Technik und den Entfall von Induktionsschleifen.
    Der eigentliche Startschuss zur L 52 begann aber bereits früher, nämlich im Winter 2015/2016, als zwei Baustraßen angrenzend an den bestehenden Kreisel vorgebaut wurden. Die Überlegung war, diese Baustraßen während der eigentlichen Arbeiten am Knotenpunkt als Baustellenumfahrung zu nutzen und die Auswirkungen auf die Verkehrsströme weitgehend zu reduzieren. Neben den verkehrlichen Vorteilen konnte auch das für die bauausführende Firma zur Verfügung stehende Baufeld deutlich vergrößert und die Baustellenlogistik optimiert werden. Die Bauzeit konnte um rund 9 Wochen gegenüber den ursprünglichen Planungen reduziert werden.
    Bei der Herstellung der Baustraßen und der neuen Kreuzung wurden rund 22.000 m3 Boden- und Frostschutzmaterial bewegt. Um die Standfestigkeit des anstehenden Bodens zu erhöhen, wurde der Aushub des Geländeeinschnittes unter Zugabe von Bindemittel aufbereitet und anschließend in der Dammlage wieder eingebaut. Weiterhin wurde ein Entwässerungskanal einschließlich Schachtbauwerken und Straßenabläufen verlegt, die komplette Infrastruktur für die neue Lichtsignalanlage hergestellt und insgesamt rund 12.000 m² Asphalt in mehreren Schichten eingebaut. Zusätzlich wurde ein neuer Geh- und Radweg in Asphaltbauweise angelegt um eine Verbindung zwischen den beiden Gewerbeparks zu schaffen.

  • Teilabschnitt 2 (gelb)

    Der zweite Teilabschnitt der L 52, Nordentlastung Koblenz- Metternich, vom neuen Knoten bis zur Kreuzung am Weinackerweg wurde durch den Landesbetrieb Mobilität geplant und gebaut.
    Neben der auf einer Länge von etwa 900 m herzustellenden freien Strecke war auch die neue Kreuzung „Weinacker“ im Bereich der ehemaligen Kleingartenanlage zu verwirklichen. Hier wird zukünftig die gleiche Kameratechnik wie im Teilabschnitt 1 zur Steuerung der Verkehrsströme eingesetzt. Weiterhin wurde die L 127 aus Bubenheim kommend an die neue Streckenführung der L 52 angeschlossen.
    Gebaut wurde von März 2018 bis März 2020, einzelne Abschnitte wurden nach Fertigstellung zwischendurch bereits für den Verkehr freigegeben.
    Insgesamt wurden etwa 70.000 m³ Erdreich bewegt, wobei sehr zwischen dem weiter verwendbaren Rohstoff Bims und dem übrigen Erdaushub unterschieden wurde. Neben rund 3.000 m Entwässerungsleitungen mit zugehörigen Schachtbauwerken wurden bis zur kompletten Fertigstellung etwa 20.000 m² Asphaltbefestigungen in mehreren Schichten gebaut.
    Bevor die neuen Straßenteile für die Verkehrsteilnehmer freigegeben werden konnten, musste noch die Straßenausstattung (Markierung, Beschilderung, Schutzplanken, Ampelanlage Kreuzung Weinacker) erfolgen. Besonders das Aufbringen der Markierung war hierbei sehr witterungsabhängig und konnte bereichsweise nur an Wochenenden erfolgen, um den Verkehrsfluss auf den bestehenden Kreuzungen und Einmündungen nicht zu sehr zu beeinträchtigen. „Hier und auch während aller übrigen Bauphasen ein besonderer Dank an alle Verkehrsteilnehmer, die trotz der unumgänglichen Einschränkungen mit der Baustellensituation sehr gut zurecht kamen, betont Axel Eriksohn, Leiter des Projekts im LBM Cochem-Koblenz. Derzeit bereitet Eriksohn die zweite Bauphase, die vom Knoten „Weinackerweg“ bis zur Aachener Straße nahe dem Bundeswehrzentralkrankenhaus führt, vor.

  • Teilabschnitt 3 (blau)

    Der dritte Teilabschnitt, der so genannte „Durchbruch Metternich“, ist rund 500 Meter lang, beginnt am Weinackerweg und endet an der B 416 / Rübenacher Straße in Metternich. Da dieser Bereich in der Baulast der Stadt liegt, wurde er auch von dort geplant und gebaut.
    Die neue Ausbaustrecke wird insgesamt vierstreifig (zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung) in Richtung B 416 geführt. Die beiden jeweils äußeren Fahrspuren gehen auf Höhe des neuen Geh- und Radwegebauwerks in Ein- bzw. Ausfädelungsspuren über, die über noch im Bau befindliche Rampenanlagen die Rübenacher Straße verkehrsgerecht anbinden. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung wird die nordwestliche Rampe (Auffahrt zur Rübenacher Straße) auf einer Länge von rund 65 m zweispurig ausgebaut. Hierdurch kann bereits vor der Ampelanlage an der Rübenacher Straße eine Trennung der Verkehrsströme in eine Geradeaus- / Linksspur, sowie in eine Rechtsabbiegespur erfolgen. Die nordöstliche Rampe bildet die Zufahrt von der Rübenacher Straße auf die L 52.

    Nach Freigabe der Nordentlastung am 3. April sind die Bauarbeiten im dritten Teilabschnitt aber nicht abgeschlossen. So werden die vorhandenen Gehwege an die neuen Ränder angepasst und mit taktilen Elementen versehen, so dass die Barrierefreiheit im gesamten Knotenpunkt zukünftig gewährleistet ist. Um die vorhandenen Fahrbahnschäden in der Rübenacher Straße zu beseitigen wird eine Deckenerneuerung im Bereich von „In der Wegelänge bis kurz vor der Kreuzung „Im Acker“ durchgeführt. Bei dem dazwischen befindlichen Brückenbauwerk wird die schadhafte Abdichtung erneuert.


Luftbild der neuen Teilstrecke L 52