Neubau des Stauraumkanals Andernacher Straße

Tunnelblick in den Sturaumkanal in der Andernacher Straße

Wo wird gebaut?

Die Baustelle befindet sich im Herzen des Stadtteils Lützel und erstreckt sich über 845 m entlang der Andernacher Straße, von der Balduinbrücke bis zur Bahnunterführung hinter der Rhein-Kaserne.

Wann wird gebaut?

Die gesamte Bauzeit umfasst 27 Monate, vorausgesetzt, dass keine besonderen Umstände eine Verzögerung bewirken. Im März 2020 wurde mit dem Neubau des Stauraumkanals begonnen. Bis April 2022 soll die gesamte Maßnahme fertiggestellt sein.

Warum wird gebaut?

Der Regenüberlauf sowie der Mischwasserkanal in der Andernacher Straße bedürfen der baulichen Sanierung und werden dem neuesten Stand der Technik angepasst. In Zukunft sollen größere Abwassermengen aus dem betreffenden Einzugsgebiet zur Mischwasserbehandlung und Abwasserreinigung der Kläranlage zugeführt werden. Damit soll sich auch der Frachteintrag in die Mosel verringern. Zudem sorgt der großvolumige Stauraumkanal zur Entlastung des nachgelagerten Kanal-Netzteils.

Was kostet die Baumaßnahme?

Nach aktuellem Stand kostet der gesamte Neubau etwa 12,5 Mio. Euro.


Stauraumkanal FAQ

  • Was ist ein Stauraumkanal?

    Ein Stauraumkanal dient zunächst einmal der Aufnahme und Speicherung von Regenwasser. Das große Volumen des Stauraumkanals ermöglicht es, klärpflichtiges Mischwasser kurzfristig im Stauraum zwischenzuspeichern und danach gedrosselt, das heißt nach und nach an die Kläranlage weiterzuleiten. Der neue Stauraumkanal in der Andernacher Straße besitzt einen Durchmesser von 2,0 m. Das Entwässerungsgebiet des Stauraumkanals in der Andernacher Straße ist etwa 60 Hektar groß.

    Das Einzugsgebiet des Stauraumkanals in der Andernacher Straße umfasst eine Fläche von etwa 60 Hektar.
  • Wie wird der Stauraumkanal gebaut?

    Aufbau einer Vortriebsmaschine
    Aufbau einer Vortriebsmaschine

    Der Stauraumkanal wird mit dem Verfahren des unterirdischen Rohrvortriebs gebaut.

    Den Rohrvortrieb kann man im Prinzip mit einem Tunnelbausystem, wie es im Straßenbau üblich ist, vergleichen. Lediglich die Größenordnung ist deutlich kleiner. Wie beim Tunnelbau gibt es auch beim Rohrvortrieb verschiedene Verfahren. Wichtige Kriterien bei der Auswahl des Verfahrens sind zum Beispiel die Baugrund- und Grundwasserverhältnisse.

    Bei dem Bau des Stauraumkanals in der Andernacher Straße kommt ein bemanntes Verfahren zum Einsatz, bei dem eine Person in einer sogenannten Vortriebsmaschine sitzt und das anstehende Erdreich vor ihm mechanisch mit einem "Spaten" bzw. "Grablöffel" abbaut. Der Erdaushub wird dann über Förderband und Lore zum Startschacht gefahren und über einen Mobilkran aus der Baugrube entfernt. Sobald ein gewisser Bereich abgegraben wurde, wird das Vortriebsrohr aus der Startbaugrube heraus mittels hydraulischer Pressen nachgeschoben. Diese Arbeitsschritte wiederholen sich so lange, bis die komplette Strecke bewältigt ist.

    Die installierte Vortriebsmaschine in der Doppelstartbaugrube.
    Die installierte Vortriebsmaschine in der Doppelstartbaugrube.

    An der Ecke Einmündung Wallersheimer Weg befindet sich eine ellipsenförmige Doppelstartbaugrube. Das 10 m lange, 6 m breite und 7 m tiefe Loch bildet die Basis für den Rohrvortrieb in zwei Richtungen über eine Länge von insgesamt ca. 845 m. Von dort aus bahnt sich die Vortriebsmaschine ihren Weg durch das Erdreich. In der Doppelstartbaugrube werden alle erforderlichen Elemente der Maschine (Vortriebspressen, Vortriebsmaschine mit Abbaugerät und Fördereinrichtung für den Aushub etc.) installiert.




Entlastungsbauwerk in der Gartenstraße

Entlastungsbauwerk des Stauraumkanals Andernacher Straße.

Mit dem Neubau eines Stauraumkanals wie in der Andernacher Straße gehen weitere Baumaßnahmen einher. In der Gartenstraße wird deshalb parallel zum Kanalbau ein Entlastungsbauwerk errichtet. Aber zu welchem Zweck?

In einem Mischwassersystem wie dem in der Andernacher Straße werden nicht nur die klärpflichtige häusliche und industrielle Abwässer zur Kläranlage abgeleitet, sondern auch die Wassermengen, die über die Oberflächenentwässerung (z. B. über die Straßeneinläufe) infolge von Regen gesammelt werden. Alle anfallenden Wassermengen - auch die von Regenereignissen - zur Kläranlage abzuleiten, würde enorme Kanal- und Kläranlagendimensionen sowie extrem hohe Kosten zur Folge haben. Aus diesem Grund müssen in einem Mischwassersystem regelmäßig Entlastungsbauwerke errichtet werden.

Das Entlastungsbauwerk in der Gartenstraße dient also letztendlich dazu, bei größeren Regenereignissen die "zu großen" Wassermengen über eine Überlaufschwelle in einen Entlastungskanal abzugeben, der dann in den nächstgelegenen Wasserlauf, die Mosel, mündet


Bauphasen- und fortschritt