Großprojekte

Förderprojekt Südallee
Plan 2-4_Gesamtplan_500er

Die Südallee stellt eine bedeutende Grünachse und eine wichtige Verbindung für Fußgänger und Fahrradfahrer zwischen der südlichen Vorstadt und dem Stadtzentrum dar. Außerdem hat sie eine hohe Wertigkeit als Naherholungsraum und wesentliche Funktion für die Freiraumversorgung der Koblenzer Stadtteile Süd und Mitte.

Heute ist die Südallee sowohl durch desolate bauliche Zustände der Wege, ungeordnete Nebenanlagen wie Recyclingcontainer als auch in weiten Teilen schadhafte Bäume geprägt. Hinzu kommen verkehrlich zum Teil schlecht gelöste Anbindungen und Übergänge des mittig liegenden Weges an die angrenzenden Bereiche. Der Freiraum wird durch den ruhenden Verkehr dominiert. Kurz, es ist eine grundsätzliche Gestaltungs- und zeitgemäße Nutzungsänderung notwendig.  

Inzwischen gibt es in Deutschland einige schöne Beispiele für umgebaute Stadtstraßen in ähnlicher Größenordnung. So ist die Goethestraße in Kassel nach historischem Vorbild zu einer einladenden Promenade geworden, auf der Fußgänger, Spaziergänger, Autofahrer und Fahrradfahrer Platz haben.


Wichtige Fragen zum Umbau der Südallee

Das Interesse der Bevölkerung am geplanten Umbau der Südallee zwischen Friedrich-Ebert-Ring und Schenkendorfstraße in der südlichen Vorstadt ist groß. Der Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen der Stadt Koblenz hat wichtige Fragen zu den Bäumen, dem Zeitplan und den Parkplätzen gesammelt und die Antworten für Sie zusammengefasst. Alle weiteren Informationen zum Förderprojekt Südallee finden Sie ebenfalls auf der Webseite des Eigenbetriebs.

Stand der Planung

  • Die Idee: Die Südallee als Flaniermeile und Fahrradstraße

    Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer: Die Südallee wird als attraktive „Grüne Achse“ zwischen der Mitte und der Südlichen Vorstadt ausgebaut. Gleichzeitig ist geplant, den verloren gegangenen Charme einer grüngeprägten Wohnstraße des gehobenen Bürgertums aus Sicht des Denkmalschutzes wiederzubeleben. Inzwischen gibt es einen ersten Entwurf des Planungsbüros „Mann Landschaftsarchitektur“ aus Fulda, das sich in einem Wettbewerb gegen zahlreiche andere Bewerber aus ganz Deutschland durchsetzen konnte.

  • Anreiz zum Radfahren erhöhen

    Der Siegerentwurf sieht vor, dass sich Fußgänger künftig auf breiten Wegen unter Bäumen und entlang von Grünstreifen bewegen können. Kleine Plätze mit Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein. Ein durchgängiger, asphaltierter Radweg kommt sowohl den Alltags- als auch den Naherholungsverkehr zu Gute. Eine strikte Trennung von den Fußgängern und eine geräuscharme Asphaltdecke sollen den Anreiz erhöhen, mit dem Rad in die Innenstadt zu fahren. Dabei spielt auch eine bessere Anbindung an die Mainzer Straße und an die Halbinsel Oberwerth eine Rolle.

    Autoverkehr bleibt erlaubt, muss sich aber auf dem Asphaltstreifen dem Fahrradverkehr unterordnen. Gleichzeitig werden die Weichen für eine Zukunft mit Car-Sharing, E-Mobilität und der Umwidmung von Parkflächen zu Erholungsflächen gestellt. Derzeit arbeitet der Wettbewerbsgewinner die Details des eingereichten Vorentwurfs aus. Unter der Voraussetzung, dass das Land Rheinland-Pfalz als Fördergeber und die politischen Gremien zustimmen, soll mit dem Bau des ersten Abschnittes 2020 begonnen werden. Zuvor werden die Pläne den Bürgern öffentlich vorgestellt.

  • Erholungsräume mitten in der Stadt

    Die Fußgänger bekommen künftig mehr Platz und vor allem eine höhere Aufenthaltsqualität in der Südallee. Auf den nördlichen Abschnitt ab dem Friedrich-Ebert-Ring ist eine neue Promenade ohne parkende Autos zwischen den Bäumen in der Straßenmitte geplant. Der Verkehr auf den asphaltierten Flächen verläuft hier weiterhin zu beiden Seiten im Einbahnverkehr. Auf einem wasserdurchlässigen Mineralbelag flanieren Fußgänger unter blühenden Bäumen hindurch und entlang von geschnittenen Lingusterhecken. Bänder aus Basaltlava-Steinen schlängeln sich zum Teil auf Bodenniveau und zum Teil in Kniehöhe an den Seiten der Promenade und schaffen immer wieder Nischen, in denen sich sitzen lässt.

    Im südlichen Teil wird die Mittelfahrbahn erneuert und der ursprüngliche Charakter mit durchgehenden Alleebäumen zu beiden Seiten wiederhergestellt. Die ursprüngliche Symmetrie der teilweise privaten Vorgärten in den Wohnanlagen der 1920er Jahre soll wiederhergestellt werden, insbesondere zwischen St.-Josef-Straße und Johannes-Müller-Straße. Durchgehenden Pflanzungen aus hüfthoch geschnittenen Lingusterhecken sowie neu gepflanzte Weiß- und Rotdorne sollen das Bild prägen. Müll- und Wertstoffbehälter sollen aus dem Straßenbild verschwinden und unter die Erde verlegt werden.

  • Neues Parkflächen- und Verkehrskonzept

    Der in der Öffentlichkeit bereits diskutierte Wegfall von Parkflächen soll schrittweise passieren und sich an den demografischen und technischen Veränderungen orientieren. Denn es ist davon auszugehen, dass künftig immer weniger Menschen ein eigenes Auto besitzen werden. Stattdessen wird die Bedeutung von öffentlichem Nahverkehr, Zweirädern sowie Carsharing steigen. Um einen aufwändigen Rückbau der Südallee in einigen Jahren vorzugreifen, sind für die erste Ausbaustufe flexible Flächen vorgesehen, die zuerst als Parkraum dienen und sich 2040 ohne viel Aufwand umwidmen lassen.

    Die neuen Parkflächen entstehen auf den sogenannten Verfügungsstreifen, die mit den vorhandenen historischen, kleinen Basaltsteinen gepflastert werden. Die einzelnen Stellplätze sind mit Pflasternägeln abgesteckt. Auf den Verfügungsflächen sind zudem versenkte Unterflur-Müllbehälter und Fahrradständern vorgesehen.

    Die Zufahrten und Zugänge zu angrenzenden Grundstücken bleiben erhalten. Etwa alle 100 Meter werden zwei barrierefreie Kurzzeitparkplätze zum Be- und Entladen eingeplant. Für die erste Ausbaustufe 2020 wird die Anzahl der Autostellplätze um 20 bis 25 Prozent verringert. Für die Stufe 2 ist eine Reduzierung um bis zu 75 Prozent möglich. Ein Carsharing-Angebot soll die Zahl der Privatautos verringern. Die Stadt Koblenz plant, in Kooperation mit interessierten Carsharing-Anbietern parallel zum Umbau mehrere Stationen mit jeweils fünf bis sechs Fahrzeugen zu etablieren. Darüber hinaus sind Ladesäulen für Elektro-Autos und -Zweiräder im Straßenraum geplant, um die E-Mobilität zu fördern.

  • Einteilung in mehrere Bauabschnitte

    Es wird nicht die gesamte Südallee mit einem Schritt Umgebaut, sondern die Straße in drei Bereiche eingeteilt. Im ersten Schritt wird der Abschnitt zwischen Friedrich-Ebert-Ring und Roonstraße angegangen, im zweiten Schritt der Abschnitt bis zum Markenbildchenweg und als drittes schließlich der Teil bis zur Schenkendorfstraße. Als zweite Baustufe ist für 2040 vorgesehen, Parkflächen zu Erholungsflächen umzuwidmen und so die Aufenthaltsqualität der Südalle weiter zu erhöhen.


Bäume

  • Wie viele Bäume sollen gefällt werden?

    Im ersten und zweiten Bauabschnitt (Friedrich-Ebert-Ring bis Johannes-Müller-Straße) sollen nach derzeitigem Stand 51 Bäume ausgetauscht werden. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Robinien (botanisch: Robinia) und Ahorne (Acer). Erhalten bleiben 11 große Platanen (Platanus), die noch aus der Anfangszeit der Südallee stammen. Hinzu kommen 33 neue Bäume.

    In den Bauabschnitten 3 und 4 stehen bis auf wenige Ausnahmen Linden (Tilia). Hier werden kurz vor Start der Baumaßnahmen Untersuchungen zeigen, welche Bäume erhalten werden können und welche durch Neupflanzungen ersetzt werden müssen. Derzeit stehen in dem Bereich Johannes-Müller-Straße bis Schenkendorfstraße insgesamt 73 Bäume, davon zeigen zu diesem Zeitpunkt bereits 33 Exemplare nachlassende Vitalität.

  • Warum werden nicht alle Bäume erhalten?

    Für den Umbau der Südallee sind umfangreiche Tiefbaumaßnahmen nötig. So muss allein für den Neubau der Straße rund 70 cm ausgekoffert werden. Da die Bäume zum Teil schon in die Straße wurzeln, würden sie durch die Bauarbeiten so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie aufgrund der Schädigungen eingingen.

    Bereits jetzt zeigen sich bei den bestehenden Ahorn-Bäumen Vergreisungserscheinungen in der Krone, da der Standort der Bäume in der Vergangenheit stark verdichtet und im Laufe der letzten Jahrzehnte durch Hundeexkremente massiv überdüngt wurde. Ein weiterer Punkt ist die nicht Standort gerechte Auswahl einiger Bäume: hier wurden Robinien-Bäume der Sorte ‚Monophylla‘ gepflanzt, die sehr windbruchanfällig sind und aufgrund der Überdüngung des Standorts zu Stockfäule neigen.

  • Was soll an den neuen Bäumen besser sein als an den vorhandenen?

    Mit dem regelwerksgerechten Ausbau der Baumstandorte (mehr durchwurzelbares Volumen, spezielles Baumsubstrat) kann ein nachhaltig gesunder und langlebiger Bestand mit 84 neuen Bäumen garantiert werden. In den ersten zwei Bauschnitten wurde sich für die heimische Vogelkirsche (Prunus avium) der Sorte ‚Plena‘ entschieden. Diese, um 1700 in Frankreich entstandene Sorte, gilt als sehr stadtklima- und hitzetolerant. Gepflanzt werden extra ausgewählte, 20 Jahre alte Exemplare mit einem Stammumfang von 40 bis 45 Zentimetern.

    Mit ihnen soll die Mittelpromenade zwischen Friedrich-Ebert-Ring und Johannes-Müller-Straße als stadtbildprägende Baumallee neu interpretiert werden. Der rundkronige bis schirmförmige Kleinbaum wird 7 bis 12 Meter hoch. Im April besticht die Vogelkirsche durch eine üppige Blüte aus schneeweißen, gefüllten Büscheln. Die Gefüllte Vogelkirsche ist eine wichtige Futterpflanze für den großen Fuchs (Schmetterling) Nymphalis polychloros, jedoch steril und damit keine Bienenweide und kein Vogelnährgehölz. Früchte werden keine ausgebildet. Im Herbst nimmt das Laub eine attraktive gelbe und orange bis scharlachrote Blattfarbe an. Unter den Vogelkirschen werden gemischte Heckenstreifen gepflanzt, die sowohl Nahrung für die Tierwelt als auch attraktive Blühaspekte bieten.

Zeitplan

  • Wann geht der Umbau los?

    Derzeit läuft ein Antrag zur Förderung über das Programm „Nachhaltige Stadt – Wachstum und nachhaltige Entwicklung“ der Bund-Länder-Städtebauförderung. Bis eine Entscheidung gefallen ist, darf nicht weitergeplant oder ausgeschrieben werden.

  • Wie lange sollen die Baumaßnahmen dauern?

    Für jeden der vier Bauabschnitte sind etwa ein bis zwei Jahre Bauzeit geplant. Die Übergänge zwischen den Teilbereichen sollen möglichst fließend sein:

    - Friedrich-Ebert-Ring bis Roonstraße
    - Roonstraße bis Johannes-Müller-Straße
    - Johannes-Müller-Straße bis Ludwigstraße
    - Ludwigstraße bis Schenkendorfstraße.

    Als zweite Baustufe ist bis 2040 vorgesehen, Parkflächen zu Erholungsflächen umzuwidmen und so die Aufenthaltsqualität der Südallee weiter zu erhöhen.

  • Mit welchen Behinderungen müssen Anwohner wann rechnen?

    Wegen Komplettausbau der Straße (quasi von Hauswand zu Hauswand) wird der jeweilige Bauabschnitt während der Bauarbeiten immer komplett für den Durchgangsverkehr gesperrt. Für Fußgänger, Anlieger und natürlich für Rettungsfahrzeuge wird es Sonderregelungen geben.

  • Wann werden Anwohner und Interessierte im Detail informiert?

    Diese Rubrik wird zukünftig immer über aktuelle Entwicklungen informieren. Die zunächst für das Frühjahr 2020 geplante Bürgerinformations-Veranstaltung wird auf einen späteren Termin verschoben. Zu der Veranstaltung wird öffentlich eingeladen.

Parkplätze:

  • Wie viele Parkplätze sollen wegfallen?

    Derzeit gibt es in der Südallee 432 Stellplätze. Nach dem ersten Bauabschnitt verbleiben noch 401 Parkplätze (das entspricht 91 Prozent), davon 4 Car-Sharing-Stellplätze. Nach dem zweiten Bauabschnitt 364 Parkplätze davon 10 Car-Sharing- Stellplätze (84 %), nach dem 3. Bauabschnitt 350 Parkplätze (81 %), davon 13 Car-Sharing Stellplätze und schließlich nach dem vierten Bauabschnitt 313 Stellplätze (72 %), davon 17 Car-Sharing Parkplätze.

  •  Warum wird ohnehin knapper Parkraum wegrationiert?

    Die Mobilität in Deutschland wird sich laut wissenschaftlicher Prognosen in den kommenden Jahren stark wandeln. Dabei verliert das Auto insbesondere in den Städten immer mehr an Bedeutung, das geht unter anderem aus einer Studie des Center of Automotive Management (CAM) der FH Bergisch Gladbach hervor. So werden voraussichtlich im Jahre 2030 nur noch rund 60 Prozent der PKW-Kilometer im eigenen, selbst gefahrenen Auto zurückgelegt. Die übrigen knapp 40 Prozent übernehmen dann autonome Autos, On-Demand-Fahrdienste und Carsharing-Fahrzeuge. Parkraum wird dann frei, der für die Verbesserung der Aufenthaltsqualität genutzt werden kann. Diese Entwicklungen sind in die Planung eingeflossen.

  • Wo sollen Anwohner stattdessen parken?

    Wir hoffen im Sinne der städtebaulichen Entwicklung, dass ein Teil der Anwohner künftig auf ein eigenes Auto verzichtet und stattdessen das Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel oder Car-Sharing-Autos nutzt. Es wird mit unterschiedlichen Anbietern von Car Sharing verhandelt, so dass es auf der neue Südallee ein breites Angebot geben soll.

Weitere Informationen zu den Bürgerbeteiligungsworkshops, der Geschichte der Gestaltung der Südallee und beteiligten Förderpartnern finden Sie hier:

Webseite des Eigenbetriebes Grünflächen- und Bestattungswesen