Stadt Koblenz/Andreas Egenolf, © Stadt Koblenz/Andreas Egenolf

AKtuelle 
Meldungen


700 digitale „Ohren“ für das Wassernetz in Koblenz und Lahnstein

Eine Meldung der evm-Gruppe:

Sie „hören“ Leckagen im Wassernetz lange, bevor sie entdeckt werden: Die Energieversorgung Mittelrhein (evm) setzt beim Schutz der Trinkwasserversorgung zunehmend auf digitale Geräuschlogger. Die kleinen Geräte überwachen das Leitungsnetz rund um die Uhr und helfen dabei, Leckagen frühzeitig zu erkennen. Die evm ist im Auftrag der Vereinigten Wasserwerke für die Trinkwasserversorgung zuständig.

Bereits heute sind rund 700 Geräte vor allem in Koblenz und Lahnstein im Einsatz. „Die Geräuschlogger lassen sich als die „Ohren des Wassernetzes“ beschreiben. Sie erfassen Schallereignisse in den Trinkwasserleitungen und übermitteln die Daten automatisch an ein zentrales System“, erklärt Patrick Stiller, dessen Team bei der Energienetze Mittelrhein (enm), der Netzgesellschaft in der evm-Gruppe, den Einbau der Geräuschlogger übernimmt. Dabei gehe es nicht allein um die Lautstärke eines Geräuschs. Entscheidend seien vor allem Frequenz und Klangbild. „Rohrbrüche und Leckagen erzeugen charakteristische akustische Signaturen, die sich von normalen Betriebsgeräuschen unterscheiden. Die Auswertung der Daten erfolgt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz“, erläutert er weiter. Für die Bewertung der Ergebnisse bleibt jedoch das Fachwissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unverzichtbar: Unterschiedliche Rohrmaterialien, Rohrdimensionen und Untergründe erzeugen verschiedene Geräuschmuster. Die Interpretation dieser Signale erfordert daher Erfahrung und Spezialwissen. 

Zeigt ein Logger Auffälligkeiten an, beginnt die eigentliche Leckagesuche. Die verdächtigen Bereiche werden durch Fachkräfte mit einem sogenannten Aquaphon untersucht. Das Gerät funktioniert ähnlich wie ein medizinisches Stethoskop: Die Experten hören das Leitungsnetz gezielt ab und grenzen mögliche Schadstellen Schritt für Schritt ein, bis die genaue Position eines Rohrbruchs lokalisiert werden kann.

Die Technologie trägt bereits messbar dazu bei, Wasserverluste zu reduzieren. Schäden konnten lokalisiert und behoben werden, bevor größere Wassermengen verloren gingen. Mit jedem weiteren installierten Gerät wird das Netz engmaschiger überwacht. Ziel ist es, Rohrbrüche künftig noch schneller und präziser zu erkennen, Wasserverluste zu minimieren und die Versorgungssicherheit weiter zu stärken. 

Rund 700 Geräuschlogger sind derzeit im Einsatz, um Leckagen frühzeitig zu erkennen.
Zeigt ein Geräuschlogger eine Auffälligkeit an, fahren die Kollegen zum betroffenen Bereich und lokalisieren die genaue Stelle mit dem Aquaphon.