Geothermieprojekt am Görres-Gymnasium schreitet voran
Im Rahmen des Förderprogramms KIPKI (Kommunales Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation) errichtet die Stadt Koblenz am Görres-Gymnasium eine klimafreundliche Wärmeversorgung auf Basis von Geothermie und Wärmepumpentechnik. Ziel der Maßnahme ist es, das Gymnasium künftig unabhängig vom bestehenden Nahwärmenetz der Rathaus-Heizzentrale zu beheizen. Für das Projekt stehen rund 1,3 Mio. Euro an Fördermitteln zur Verfügung.
Die Geothermieanlage besteht aus zwei Sondenfeldern. Insgesamt wurden bereits 36 Geothermie-Sonden mit einer Länge von jeweils rund 150 Metern gebohrt. Die Sonden dienen künftig als Wärmequelle für zwei Wärmepumpen, die im Heizungsraum im Keller des Altbaus installiert sind.
Die Verbindungsleitungen zwischen den Sondenfeldern und dem Schulgebäude wurden bereits hergestellt. Aktuell wird der Heizungsverteiler aufgebaut und die weitere Heizungsinstallation ausgeführt. Parallel dazu wurden im Zuge der Maßnahme neue Stromleitungen für die notwendige Leistungserhöhung des Hausanschlusses verlegt und die Anpassung der Niederspannungshauptverteilung vorbereitet.
Der letzte Abschnitt des Sondenfeldes soll in den Osterferien 2026 fertiggestellt werden. Zuvor wird ein im Rahmen der Kampfmittelsondierung festgestellter Verdachtsfall im Untergrund weiter untersucht.
Im Bauverlauf kam es zu mehreren besonderen Vorkommnissen. Bei den Tiefbauarbeiten wurden unter anderem ein historischer Gewölbekeller sowie ein bislang unbekannter unterirdischer Hohlraum entdeckt, bei dem es sich vermutlich um eine ehemalige Zisterne oder ein Sickerschacht handelt. Beide Strukturen wurden in Abstimmung mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz dokumentiert und gesichert beziehungsweise zurückgebaut.
Nach Abschluss der Arbeiten an der Geothermieanlage ist vorgesehen den Schulhof zu sanieren. Dabei sollen auch ökologische Verbesserungen wie Teilentsiegelungen umgesetzt werden.
Die Inbetriebnahme der neuen Wärmepumpenanlage ist derzeit für Ende September 2026 geplant. Durch das Projekt wird eine prognostizierte Endenergieeinsparung von rund 651.000 kWh pro Jahr erreicht. Gleichzeitig können etwa 100 Tonnen CO₂ jährlich eingespart werden.


